Ans Ende der Zeit … zwei Streichquartette, die mehr als zweihundert Jahre trennen, treten auf dem neuen Album des Amaryllis Quartetts miteinander in den Dialog:
Mit Franz Schuberts Der Tod und das Mädchen und David Philip Heftis Ans Ende der Zeit stellt das Ensemble zwei Werke einander gegenüber, die sich auf eindrucksvolle Weise mit Vergänglichkeit, Erinnerung und der Erfahrung von Zeit auseinandersetzen.
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To the End of Time …
Two string quartets separated by more than two hundred years enter into dialogue on the Amaryllis Quartett’s new album: with Franz Schubert’s Death and the Maiden and David Philip Hefti’s To the End of Time, the ensemble brings together two works that engage in striking ways with transience, memory, and the experience of time.
Schubert’s celebrated quartet ranks among the great masterpieces of chamber music. Composed in 1824, it is marked by an existential urgency and emotional intensity that remain as immediate today as ever. Death appears here not merely as a threat but as a counterpart – part of a musical exploration of mortality, consolation, and transformation.
David Philip Hefti (b. 1975) is one of the most prominent Swiss composers of his generation. His catalogue of more than 100 works ranges from orchestral and vocal music to chamber music; in 2013, he was awarded the Composer Prize of the Ernst von Siemens Music Foundation. The string quartet occupies a special place in his output and has long served as a compositional laboratory – particularly for his exploration of the relationship between past and present. Hefti’s Seventh String Quartet, To the End of Time, was originally commissioned by the ballet company of Oper Graz and was already performed there alongside Schubert’s Death and the Maiden.
Yet Hefti does not seek either to continue or directly comment on the Romantic masterpiece. Instead, traces of the past emerge within his own distinctive musical language, transform, and disappear again; familiar elements are not quoted but appear as though glimpsed through a veil.
The result is a programme that goes far beyond the juxtaposition of a Romantic classic and a contemporary work. Instead, a fascinating musical dialogue unfolds across the centuries – about time, memory, and the question of how music can make transience perceptible.
With its interpretative precision and sensitivity to sound, the Amaryllis Quartett invites us to experience Schubert’s masterpiece anew while discovering David Philip Hefti’s extraordinary sound world.
Schuberts berühmtes Quartett zählt zu den großen Meisterwerken der Kammermusik. Entstanden 1824, ist es geprägt von existenzieller Dringlichkeit und einer emotionalen Intensität, die bis heute unmittelbar berührt. Der Tod erscheint hier nicht allein als Bedrohung, sondern auch als Gegenüber – als Teil einer musikalischen Auseinandersetzung mit Endlichkeit, Trost und Verwandlung.
David Philip Hefti (1975) gehört zu den profilierten Schweizer Komponisten seiner Generation. Sein mehr als 100 Werke umfassendes Schaffen reicht von Orchester- und Vokalmusik bis zur Kammermusik; 2013 wurde er mit dem Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung ausgezeichnet. Das Streichquartett nimmt in seinem Schaffen eine besondere Stellung ein und dient ihm seit vielen Jahren als kompositorisches Experimentierfeld – gerade auch für die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart. Heftis siebtes Streichquartett Ans Ende der Zeit entstand ursprünglich als Auftragskomposition für das Ballett der Oper Graz und wurde bereits dort gemeinsam mit Schuberts Der Tod und das Mädchen aufgeführt.
Dennoch sucht Hefti nicht die direkte Fortsetzung oder Kommentierung des romantischen Meisterwerks. In seiner eigenen Klangsprache tauchen vielmehr Spuren der Vergangenheit auf, verwandeln sich und verschwinden wieder; Bekanntes wird nicht zitiert, sondern erscheint wie durch einen Schleier.
So entsteht ein Programm, das weit mehr ist als die Gegenüberstellung eines romantischen Klassikers und eines zeitgenössischen Werkes. Vielmehr entspinnt sich ein faszinierender musikalischer Dialog über die Jahrhunderte hinweg – über Zeit, Erinnerung und die Frage, wie Musik Vergänglichkeit erfahrbar machen kann.
Mit seiner interpretatorischen Präzision und klanglichen Gestaltungskraft lädt das Amaryllis Quartett dazu ein, Schuberts Meisterwerk neu zu erleben und zugleich David Philip Heftis außergewöhnliche Klangwelt zu entdecken.