Oliver Schnyder Trio · Julia Fischer · Nils Mönkemeyer: Schostakowitsch Quintett & Trios

Oliver Schnyder Trio · Julia Fischer · Nils Mönkemeyer: Schostakowitsch Quintett & Trios

Title: (2025) Oliver Schnyder Trio: Shostakovich - Piano Trios & Piano Quintet
Artists: Andreas Janke, Benjamin Nyffenegger, Oliver Schnyder Trio
Label: Prospero
Main Composer: Shostakovich, Dmitri
CD Set: 1 CD Digibook
Configuration: Digibook, 48 pages booklet in full color.
Recording Producer: Friedrich Wilhelm Rödding (Op. 57), Andreas Werner
Executive Producer: Martin Korn, Prospero Classical
Booklet text/liner notes by: Michail Schischkin
Design by: Christine Schweitzer
EAN/UPC: 4262353970874
Product Number: PROSP0035
Release Date: 2025-08-01
Instruments: Piano, Violin, Viola, Cello
Genres, styles, epochs: 3D Packshot, Chamber, Piano, Romantic
Available in:
Hi-Res Audio

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Album Review

"Von einem klar zurückhaltenden Präludium und einer Fuge, die ihr innewohnendes Pathos vorsichtig zum Ausdruck bringen, geht es über ein spielerisch unironisches Scherzo zu einem Intermezzo, dessen Eloquenz vertrauliche Intimität vermittelt, und von dort zu einem Finale, in dem Andeutungen von Unbehagen in seinem klaren Verlauf aufgegriffen werden. Julia Fischer und Nils Mönkemeyer lassen sich mühelos in diese Interpretation ein..."

- Richard Whitehouse, Gramophone

"Das ist Kammermusik vom Feinsten: Homogen im Zusammenspiel, jonglieren die fünf Musikerfreunde virtuos zwischen Trauermarsch und Volkstanz, Schwermut und Übermut. Zum 50. Todestag ist ihnen eine wunderbare Schostakowitsch-Hommage gelungen."

- Fridemann Leipold, BR Klassik

"Julia Fischer and friends certainly convey the Quintet's disturbing emotional subtext, delivering a performance of great distinction. Where other ensembles make a hugely dramatic statement out of the Prelude, Fischer opts for restraint, even when the opening material returns with seemingly greater urgency later on."

- Erik Levi, BBC Music Magazine
About New Album

Inmitten des ersten Corona-Lockdowns, als das Konzertleben zum Stillstand kam und die Perspektiven für viele Musiker:innen ungewiss waren, fand sich mit der Violinistin Julia Fischer, dem Bratschisten Nils Mönkemeyer und dem Oliver Schnyder Trio eine Weltklasse-Besetzung zusammen, um Schostakowitschs Klavierquintett und die beiden Klaviertrios aufzunehmen. Das Album im liebevoll gestalteten und aufwendig ausgestatteten Digibook erscheint nun rechtzeitig zum 50. Todestag des Komponisten am 9. August. Entstanden ist hier nicht nur eine Einspielung auf höchstem kammermusikalischen Niveau, sondern auch eine Interpretation von packender emotionaler Dichte, die spürbar macht, was Schostakowitschs Werk bis heute auszeichnet: Musik entstanden im Spannungsverhältnis zwischen persönlicher Wahrhaftigkeit und äußerer Bedrohung – von einem Komponisten, der seinen Widerstand ausschließlich in der Musik artikulieren konnte, während er sich nach außen zur Loyalität gegenüber dem stalinistischen Regime gezwungen sah.

Julia Fischer beschreibt die Musik Schostakowitschs als Ausdruck von Verzweiflung – ein Gefühl, das sich auch in dieser besonderen Interpretationssituation spiegelt. Die Aufnahme ist geprägt von hoher Konzentration, klanglicher Tiefe und einer Ernsthaftigkeit, die die zeitlose Kraft dieser Musik unterstreicht.

Schostakowitschs Klavierquintett g-Moll op. 57 entstand im Sommer 1940 und ist eines der bedeutendsten Kammermusikwerke des 20. Jahrhunderts. Der Komponist, damals 34 Jahre alt, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Erfahrungen gemacht, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: internationale Anerkennung auf der einen, politische Verfolgung und persönliche Bedrohung auf der anderen Seite. Die ersten Aufführungen des Quintetts im Herbst 1940 wurden enthusiastisch aufgenommen und bewegten die Zuhörenden zutiefst, denn die Musik konnte all jene Gefühle einfließen, die in Worten nicht ausgedrückt werden durften, sie war „eine Botschaft des Mitgefühls an die Menschen, die noch da waren, und an die, die bereits gefoltert und getötet worden waren.“ (Michail Schischkin)

Das Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 8, ein Werk des erst 17jährigen Komponisten und wird viel seltener als das zweite, das zum Kanon der kammermusikalischen Hauptwerke des 20. Jahrhunderts gehört, gespielt. Dennoch trägt das vielversprechende Frühwerk, das noch auf romantische Vorbilder verweist, bereits Züge jener Ausdrucksspannung, die später charakteristisch für Schostakowitschs Musik werden sollte: zwischen lyrischer Innigkeit, dramatischer Zuspitzung und unterschwelliger Unruhe.

Das Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67 entstand unter dem Eindruck des Todes seines engen Freundes, des Musikwissenschaftlers Iwan Sollertinsky. Aber es ist nicht nur ein Klagelied für den Freund, drückt nicht nur den Schmerz über den Verlust der Verwandten und Freunde des Komponisten aus, sondern ist ein Requiem für die Millionen Opfer von Krieg und Unterdrückung. Das Largo aus dem zweiten Klaviertrio wurde zu Schostakowitschs Beerdigung gespielt – umso passender die Veröffentlichung dieser Aufnahme zum 50. Todestag des Komponisten!

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In the midst of the first coronavirus lockdown, when concert life came to a standstill and the prospects for many musicians were uncertain, a world-class line-up came together with violinist Julia Fischer, violist Nils Mönkemeyer and the Oliver Schnyder Trio to record Shostakovich’s piano quintet and the two piano trios. The album is now being released in a lovingly designed and lavishly equipped digibook in time for the 50th anniversary of the composer’s death on 9 August. The result is not only a recording at the highest level of chamber music, but also an interpretation of gripping emotional density that makes tangible what characterises Shostakovich’s work to this day: Music created in the tense relationship between personal truthfulness and external threat – by a composer who was able to articulate his resistance exclusively in music, while outwardly he felt compelled to be loyal to the Stalinist regime.

Julia Fischer describes Shostakovich’s music as an expression of despair – a feeling that is also reflected in this particular interpretation. The recording is characterised by high concentration, tonal depth and a seriousness that underlines the timeless power of this music.

Shostakovich’s Piano Quintet in G minor op. 57 was composed in the summer of 1940 and is one of the most important chamber music works of the 20th century. The composer, 34 years old at the time, had already had experiences that could hardly have been more contrasting: international recognition on the one hand, political persecution and personal threat on the other. The first performances of the quintet in autumn 1940 were enthusiastically received and deeply moved the listeners, because the music was able to express all the feelings that could not be expressed in words, it was ‘a message of compassion to the people who were still there and to those who had already been tortured and killed’. (Mikhail Shishkin)

The Piano Trio No. 1 in C minor op. 8, a work by the 17-year-old composer, is played much less frequently than the second, which belongs to the canon of major chamber music works of the 20th century. Nevertheless, this promising early work, which still refers to Romantic models, already bears traits of the expressive tension that would later characterise Shostakovich’s music: between lyrical intimacy, dramatic intensification and subliminal restlessness.

The Piano Trio No. 2 in E minor op. 67 was composed under the impression of the death of his close friend, the musicologist Ivan Sollertinsky. But it is not just a lament for his friend, it does not just express the pain of losing the composer’s relatives and friends, it is a requiem for the millions of victims of war and oppression. The Largo from the second piano trio was played at Shostakovich’s funeral – which makes the release of this recording on the 50th anniversary of the composer’s death all the more appropriate!

 

 

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