Das Sinfonieorchester Basel und sein Chefdirigent Ivor Bolton dürfen sich in der Symphonie und der symphonischen Dichtung Viviane ganz auf sich selbst konzentrieren und dort ihre von gutem Einvernehmen geprägte Partnerschaft detailreich in musikalischen Schilderungen hörbar machen.
Der französische Komponist Ernest Chausson (1855–1899) verschmolz Einflüsse Richard Wagners und der französischen Tradition zu einem einzigartigen, leidenschaftlichen, oft melancholischen, Personalstil.
Die sinfonische Dichtung Viviane op. 5 war Chaussons erstes eigenständiges Orchesterwerk. Mit Bedacht wählte er die beim Publikum beliebte Gattung der Symphonischen Dichtung. Der Stoff stammt aus der Artus-Sage, die Chausson zeitlebens faszinierte und die später auch seiner Oper Le roi Arthus zugrunde lag. Die Musik der Viviane zeigt einen jungen Komponisten, der sich an César Franck und Richard Wagner orientiert, dabei aber bereits mit eigener Stimme spricht.
Mit der zwischen 1889 und 1890 entstandenen Symphonie in B-Dur schuf Chausson ein großes sinfonisches Werk „absoluter Musik“. Die dreiteilig angelegte Symphonie wurde bei ihrer Uraufführung 1891 überwiegend positiv aufgenommen und fand bald auch in anderen europäischen Städten Beachtung.
Während Chaussons symphonischer Stil deutlich von Franck geprägt ist, zeigt sich in seinen kammermusikalischen Werken stärker der Einfluss Jules Massenets. Das Pièce pour violoncelle C-Dur op. 39, das in dieser Aufnahme in der Orchestrierung von Jean Gaillard zu hören ist, ist eine fein gearbeitete, kontemplative Elegie – harmonisch vordergründig schlicht, entfaltet es eine überaus raffinierte, poetisch nuancierte Klangwelt.
Ergänzt wird das Programm durch ausgewählte Vokalwerke, die Chaussons feines Gespür für die Gesangsstimme und seine besondere Stellung innerhalb der französischen Liedtradition des späten 19. Jahrhunderts unterstreichen.
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The French composer Ernest Chausson (1855-1899) combined influences from Richard Wagner and the French tradition to create a unique, passionate and often melancholic personal style.
The symphonic poem Viviane op. 5 was Chausson’s first independent orchestral work. He carefully chose the symphonic poem genre, which was popular with the public. The subject matter comes from the Arthurian legend, which fascinated Chausson throughout his life and later formed the basis of his opera Le roi Arthus. The music of Viviane shows a young composer orientated towards César Franck and Richard Wagner, but already speaking with his own voice.
With the Symphony in B flat major, composed between 1889 and 1890, Chausson created a great symphonic work of ‘absolute music’. The three-part symphony was largely well received at its premiere in 1891 and soon attracted attention in other European cities.
While Chausson’s symphonic style is clearly characterised by Franck, the influence of Jules Massenet is more evident in his chamber music works. The Pièce pour violoncelle in C major op. 39, which can be heard on this recording in the orchestration by Jean Gaillard, is a finely crafted, contemplative elegy – harmonically simple on the surface, it unfolds an extremely refined, poetically nuanced sound world.
The programme is complemented by selected vocal works that underline Chausson’s fine feeling for the singing voice and his special position within the French song tradition of the late 19th century.